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F&A: Wie habt ihr eure CD aufgenommen?

February 5, 2018

Vor einiger Zeit flatterte bei uns eine Nachricht in die elektronische Post, die wir so nicht alle Tage bekommen. Ein junges Mädchen wollte gern mehr über die Entstehung unserer CD wissen:

 

"Hey, Jungs! :)
Ich bin Anja (Instagram: @partynexthood) und hab da mal ein paar Fragen an euch. Wie habt ihr eure CD produziert? Selber? Oder mit einem unterstützenden Produzenten?
PS: Bin selber gern am Musik machen!"

 

Ich freute mich über das Interesse und fing einfach an zu schreiben:

 

"Hi Anja, grüß Dich. Schön, dass Du Dich traust zu fragen ;-)

 

Wir waren insgesamt 3 mal im Studio und haben pro Termin 5 Songs aufgenommen. Vor jedem Studiotermin haben wir uns jeweils 6 Wochen Zeit genommen, um die Songs im Proberaum zu üben. 1 Song pro Probe plus eine Gesamtprobe. Aufgenommen haben wir im Studio „Neue Welt Recordings“ in der Wachsmutstrasse in Leipzig. Der Inhaber heißt André Rauch. Er ist ein super entspannter Typ und man kann sehr gut mit Ihm arbeiten.

 

Jede Studiosession bestand aus 2 Tagen. Am ersten Tag haben wir die Instrumente (Schlagzeug, Gitarre und Orgel) aufgenommen. Am zweiten Tag wurde dann auf die Songs gesungen.

Wir hatten für die CD Produktion keinen Produzenten. Es ist aber interessant, dass Du danach fragst. Was macht eigentlich ein Musikproduzent?"

 

Um ehrlich zu sein, wusste ich gar nicht ganz genau und im Einzelnen, welche Aufgaben ein Produzent übernimmt. Ich kannte ein paar große Namen von Produzenten-Legenden wie Rick Rubin, der mit Johnny Cash zusammengearbeitet hatte, oder George Martin, der ganz stark mitverantwortlich gewesen ist, dass die Beatles so klangen, wie sie klangen. Aber wieviel Einfluss hat so ein Produzent denn nun eigentlich? Ich musste erstmal die Wikipedia befragen:

 

Musikproduzent ist in der Musikindustrie eine mit der Leitung einer Musikaufnahme im Tonstudio beauftragte Person. Neben dieser Kernaufgabe können die Aufgaben eines Musikproduzenten stark variieren.

 

Ich las den kompletten Artikel und machte mir bei jedem Satz Gedanken dazu, wie das bei unserer Aufnahme war: 

 

○ Im Vorfeld der Aufnahme sucht er die Musiker aus, die etwas aufnehmen sollen.

Das war bei uns ja schon klar, da wir eine feste Formation sind.

 

○Der Produzent entscheidet weiterhin über das Repertoire, die Songs, die aufgenommen werden sollen.

Das haben wir in unserem Fall als Band zusammen entschieden. Unsere CD heißt „Just.Good.Music“. Der Name ist Programm. Wir wollten Songs aufnehmen, die „einfach nur gut“ sind und die wir „einfach nur gut“ finden. Ein weiterer Anspruch war, dass es Songs sind, die nicht unbedingt schon tausend Mal von anderen Musikern in Leipzig auf CD gepresst wurden.

 

○ Ein Produzent entscheidet auch über das Arrangement, wie werden Songs gespielt, was macht jedes einzelne Instrument, wer singt die Hauptstimme, was macht der zweite Sänger um die Gesangsmelodie zu unterstützen, wie klingt der Beat.

Auch das haben wir allein entschieden. Wir haben uns als Musiker im Vorfeld bei den Proben dadurch sehr gut kennengelernt. Die eigenen Stärken und Schwächen ausgelotet. Unsere Songs sind einzigartig und bilden exakt unser derzeitiges musikalisches Niveau ab. Bis auf zwei Songs sind alles Coverstücke mit unserer persönlichen „The New Hornets“ Note, unserem persönlichen Sound, bestehend aus zwei Gesangsstimmen, Gitarre, Hammond Orgel und Schlagzeug.

 

○ Ein Musikproduzent überwacht die Aufnahme, er organisiert den Aufnahmetag, koordiniert alles hinsichtlich eines Zeitplanes.

Das haben wir auch alles selbst gemacht. Wir müssen zugeben, einen strengen Zeitplan gab es nicht. Am ersten Tag wurden die Instrumente aufgebaut, alles verkabeln, es wurde überprüft, dass jedes Instrument den richtigen Signalweg geht und auch störungsfrei aufgenommen werden kann. Am längsten dauerte das Schlagzeug, da viele Mikrofone angebracht und verkabelt werden mussten. Gegen 13 Uhr waren wir dann meist mit dem Einrichten aller Instrumente fertig und es konnte aufgenommen werden. Jeder der 5 Songs wurde dann circa 5 mal gespielt und aufgenommen. Danach versammelten sich alle bei André im Regieraum, und die Versionen wurden durchgehört und sich für eine entschieden. Das ist auch die Version, die auf der CD zu hören ist. In großen Studios trifft die Entscheidung der Produzent. Wir haben die selbst getan. So geschah es auch am nächsten Tag mit den Gesängen. Mehrmals aufgenommen und die beste Version ausgewählt.

Ganz nebenbei möchte ich noch erwähnen, dass André, der Besitzer des Tonstudios, während der CD Produktion als ein Teil der Band angesehen wurde und uns mit seiner Meinung sehr unterstützt hat.

 

 ○ Der Produzent ist involviert in das Mixing und Mastering.

Mixing bedeutet, wie sollen die einzelnen Instrumente klingen, sie laut darf jedes Instrument im Verhältnis zu den anderen sein und welche Effekte sollen das Instrument noch schöner wirken lassen, ein Hall auf der Stimme oder Gitarre zum Beispiel. Das Mastering ist der letzte Schritt, bevor die CD im Presswerk vervielfältigt wird. Grob gesagt, wird hier noch einmal der Gesamteindruck, der Sound der CD bestimmt. In der Praxis sah es bei uns so aus, dass André uns einen Vorschlag über Mixing und Mastering vorgelegt hat und wir damit, ohne große Veränderungen im Nachhinein, sehr zufrieden waren.

 

○ Ein Produzent ist auch für den „Papierkram“ verantwortlich.

Dieser blieb auch größtenteils an uns hängen. Die CD Vervielfältigung muss bei der GEMA angemeldet werden. Die GEMA möchte wissen, welche Songs mit welcher Länge und von welchem Künstler auf die CD gepresst werden. Die GEMA gibt nach Prüfung der Angaben eine Freigabe an das Presswerk und die CD darf erst dann vervielfältigt werden. Weiterhin berechnet sie uns eine Summe, die wir zahlen müssen, und die an die Urheber der Songs ausgeschüttet wird. Somit ist gewährleistet, dass der Urheber auch etwas davon hat, wenn eine andere Band sein „Gedankengut“ verwendet. Wie schon erwähnt sind die meisten Songs auf unserer CD Coverstücke.

 

Wir persönlich sind sehr stolz auf unsere erste CD. Sie ist wie ein Fotoalbum, was man immer mal wieder aufschlägt, sich die Fotos anschaut und an eine super Zeit, die Zeit der Vorbereitung im Proberaum, sowie die Zeit im Studio, zurückschaut.

„Just.Good.Music“ ist unser erstes Album und ganz sicher nicht das letzte…

 

Liebe Grüße, Peter von THE NEW HORNETS"

 

Anja hat sich gefreut über diese ausführliche Antwort. Netterweise hat sie auch erlaubt, dass wir den Text hier abdrucken dürfen. Denn es gibt bestimmt noch mehr Interessierte da draußen, die wissen wollen, wie unsere erste CD entstanden ist. :-)

 

Wer jetzt noch mehr wissen will, schaut sich unsere Studio-Dokumentation auf YouTube an. Bis bald wieder hier!

 

 

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