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Zap-O!s Vision

Mein Freund Marco Kitzing fragte mich neulich, ob ich nicht Lust hätte, eine Übung mitzumachen. Es ginge darum, eine Vorstellung vom idealen Leben aufzuschreiben. Ein Vision zu formulieren. Ich hatte davon schon oft gehört. In fast jedem Selbsthilfe-Ratgeber wird empfohlen, seinen Traum oder seine Ziele schriftlich festzuhalten, am besten in der Gegenwartsform geschrieben. Bisher habe ich das nie für nötig gehalten. Doch jetzt hatte ich - dank Marco! - einen Grund, das endlich mal in Angriff zu nehmen. Und am Ende hatte ich sogar Spaß dabei. :-)

 

[Du kannst den Text auch als Podcast auf Soundcloud hören. Einfach hier klicken!]

 

Meine Vision von einem guten Tag

 

Ich wache auf. Es ist noch dunkel, die Sonne ist gerade erst im Begriff, aufzugehen. Ich schaue auf die Anzeige meiner Schlaf-App: 6h 19min Schlafzeit, Schlafqualität 95%. Ich freue mich, denn ich fühle mich auch fit.

 

Da meine Freundin und der Kater noch friedlich schlafen, stehe ich leise auf. Nachdem ich im Bad war, gehe ich schnurstracks in die Küche. Ich freue mich schon auf meinen Bulletproof Kaffee, mit dem ich jeden Tag starte. Mit der dampfenden Kaffeetasse in der Hand setze ich mich auf die Veranda und beobachte, wie die Sonne langsam aufsteigt. Die Welt erwacht.

 

Seit ich einen Agenten habe, brauche ich mich morgens nicht mehr um irgendwelche E-Mails oder Posts in den Sozialen Medien zu kümmern. Nachdem ich meinen Kaffee ausgetrunken habe, kann ich direkt mit dem beginnen, was mir am meisten Spaß macht: Gitarre üben. Ich setze mich in meinen großen, lichtdurchfluteten Raum und beginne.

Irgendwann im Verlauf des Morgens kommt meine Freundin ins Zimmer. Sie gibt mir einen Abschiedskuss, bevor sie auf Arbeit fährt. Ich übe weiter.

 

Pünktlich 13 Uhr klingelt es an der Haustür. Es ist mein Mittagessen. Ich bezahl e einen Koch, der mir jeden Tag mein Essen zubereitet und es dann zu mir bringen lässt. Es ist immer ziemlich ähnlich: Viel nährstoffreiches Gemüse, ein gutes Stück Fleisch aus Weidehaltung und das alles in gesunden Fetten angerichtet.

 

Nach dem Essen sitze ich im Garten in der Sonne, lese ein gutes Buch und trinke Kaffee. Dann schaue ich in meinen Kalender. Manchmal kommen am Nachmittag ein paar Schüler zu mir. Ich unterrichte nicht besonders viel, obwohl die Anfrage groß ist. Die Schüler, die ich habe, sind wirklich wissbegierig. Da macht das Unterrichten Spaß und fordert mich auch selbst immer wieder heraus.

An anderen Tagen habe ich vielleicht Probe oder fahre ins Tonstudio. Wenn nichts ansteht, werde ich meist selbst kreativ und schreibe Musik.

 

Kurz bevor es Abend wird, mache ich Sport. Einmal die Woche kommt mein Trainer und zeigt mir, welche Übungen ich wie bis zum nächsten Mal zu machen habe.

 

Jetzt kommt meine Freundin von der Arbeit. Wenn wir nicht Essen gehen, kochen wir gemeinsam und sie erzählt mir, wie ihr Tag war. Danach besuchen wir Freunde, gehen auf ein Konzert oder bleiben einfach zu Hause. Je nachdem, wie wir Lust haben und uns fühlen. Wenn wir müde sind, gehen wir schlafen. Der Kater verschwindet meist zuerst im Bett.

 

Fast jeder Tag läuft auf diese Weise ab. Nur an den Wochenenden ist das anders. Da habe ich meist selbst 1 bis 2 Konzerte, gebe Workshops oder bin irgendwo eingeladen darüber zu reden, wie man seine Ziele erreicht.

 

Mit meiner Band The New Hornets haben wir großen Erfolg. Nicht so sehr im kommerziellen Sinne; wir laufen nur ganz selten im Radio. Wir haben aber eine große, treue Fangemeinde, die unsere Art von Musik zu schätzen weiß. Wir haben einen Sound etabliert. Wir haben es geschafft, einen Stil zu kreieren, der eingängige Musik und virtuoses Spiel vereint. Unsere Musik steht für Leidenschaft und hat vielen Musikern erst wieder vor Augen geführt, warum sie überhaupt ein Instrument gelernt haben. Es herrscht wieder ein Glaube an die Musik als Kunstform. Wir gehören zu den Besten in unserem Bereich, gelten als Vorreiter. Und da wir nicht still stehen, sondern uns immer weiterentwickeln, nehmen wir diese Rolle ständig aufs Neue ein.

 

Ich bin glücklich, zufrieden und vor allem dankbar, dass ich dieses Leben so leben darf.

 Einige werden jetzt vielleicht über diese Vision lachen. Und das ist gut so. Eine Vision, bei der man sich nicht ein wenig komisch fühlt, wenn man sie anderen erzählt, bei der man keine Angst hat, jemand könnte vielleicht leise oder auch laut lachen, ist gar keine richtige Vision. Sie ist dann zu klein. Sie spiegelt dann nur das wieder, was man glaubt, was andere über einen denken und für möglich halten.

 

Scheue dich nicht, groß zu denken. Es gibt da dieses Zitat des Komponisten Richard Wagner: “Ziele nach dem Mond. Selbst wenn du in verfehlst, wirst du zwischen den Sternen landen.” Die Amerikaner nennen das Moonshot Thinking. Oder wie man beim Basketball sagt: Um den Ball zu versenken, werfen wir nicht auf den Korb, sondern darüber.

 

PS: Vorstellungen und Wünsche können sich ändern, dessen bin ich mir bewusst. Vielleicht will ich ja irgendwann Kinder. Oder einen Hund. Dann muss ich Gassi gehen mit einplanen morgens und abends.

Wir alle wissen: Am Ende kommt es eh anders, als man denkt.

John Lennon brachte es auf den Punkt: "Das Leben ist das, was passiert, während du andere Pläne machst."

 

 

 

 

 

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